Geschichte des Friseurberufes
Friseure sind heutzutage vor allem Spezialisten für die Haare. Sie beschäftigten sich mit der Pflege des menschlichen Kopfhaares, entwerfen neue Frisuren und setzen diese um. Bereits seit tausenden von Jahren sind Menschen bestrebt, den Haarwuchs auf ihrem Kopf zu kontrollieren. Doch wann wurde das Scheiden von Haaren überhaupt zu einem richtigen Beruf?
Schon vor vielen tausend Jahren wollten Menschen ihre Kopfbehaarung nach bestimmten Vorstellungen gestalten. In der damaligen Zeit taten die Menschen dies jedoch nicht ausschließlich, um sich zu verschönern, sondern oftmals aus religiösen Gründen. Mit der Veränderung ihrer Haarpracht begannen bereits die Menschen im alten Ägypten. Archäologen fanden beispielsweise Steinschraber, die in Ägypten vor mehr als 8.000 Jahren als Rasiermesser benutzt wurden. Die ersten professionellen Friseurhandwerker gab es im alten Ägypten bereits 3.000 Jahre vor Christus. Im Römischen Reich und im antiken Griechenland schätze man ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild ganz besonders hoch, wozu selbstverständlich die Haarpracht zählte. Auch für das Germanische Reich ist belegbar, dass einige seiner Bewohner sich intensiv mit der Pflege ihres Kopfhaares beschäftigten.
Eine professionelle Friseurzunft bildete sich erstmalig im 14. Jahrhundert heraus. Seit diesem Zeitpunkt gilt der Friseurberuf als anerkanntes und eingetragenes Handwerk. Das Berufsbild eines damaligen Friseurs hat jedoch mit der heutigen Zeit noch nicht viel gemein. Friseure betrieben damals meist eine Badestube, weshalb sie auch Bader genannt wurden. Neben dem Haareschneiden waren sie auch als Chirurgen, Wundarzt, Hühneraugenschneider, Masseur und Zahnarzt tätig. Zudem behandelten sie Menschen mit Schuss- und Brandverletzungen, Verrenkungen und Geschwüren. Im Laufe vieler Jahrzehnte differenzierte sich das Berufsbild der Barbiere und Bader auf spezielle Tätigkeitsbereiche. Bader wurden nach und nach zu Heilgehilfen und Barbieren zu Perückenmachern. Die medizinische Entwicklung kam zudem so weit voran, dass alle vormaligen medizinischen Aufgabenbereiche nun von speziell ausgebildeten Ärzten ausgeübt wurden.
Erst im 19. Jahrhundert bildete sich der eigentliche Berufsstand der Friseure heraus. Jedoch wurden den Kunden damals noch nicht in Friseursalons die Haare geschnitten. Der Friseur kam zur Behandlung zu einen nach Hause.
Im 20. Jahrhundert kam es zur entwickelten sich zeitgenössische Modetrends. Ähnlich wie in der Mode veränderten sich auch die Friseuren der Menschen, je nach dem, was gerade „in“ war. In der heutigen Zeit ist in Sachen „Waschen, Schneiden und Legen“ beinahe alles möglich. Aufgrund der technischen Möglichkeiten können Friseure beinahe alle Frauenträume wahr werden lassen. Ob komplizierte Hochsteckfrisuren oder modische Kurzhaarschnitte – keine Wünsche bleiben heute mehr offen. Friseure übernehmen bei unschlüssigen Kunden auch gerne eine Beraterfunktion. Wer nicht weiß, welche Farbe oder welcher Schnitt zu seinem Typ passt, kann sich einer professionellen Haaranalyse unterziehen. In vielen Salons kann sogar am Computer simuliert werden, wie bestimmte Frisuren am Kopf aussehen würden. So lassen sich böse Überraschungen vermeiden.