Der Transport zwischen den Ebenen

Nicht nur im öffentlichen, sondern auch im privaten Raum kommen unterstützende Aufzugsanlagen immer häufiger zum Einsatz. In einer Kabine können Personen oder Lasten zwischen zwei oder mehreren Ebenen transportiert werden. Verwendung finden Aufzüge nicht nur in der Industrie zum Transport von schweren Gütern, sondern zum Größten Teil im Transport von Personen – sei es im öffentlichen oder privaten Raum.

Kleine Warenlifte fungierten schon in frühen Zeiten für den Transport von Waren aus der Küche in die Speisesäle. Erst später wurden auch Lifte konzipiert, die für Personen geeignet waren. Maßgeblich für den Durchbruch dieser Branche war die Erfindung des absturzsicheren Aufzugs im Jahre 1853, dessen Funktionieren anhand einer Demonstration vor großem Publikum statt fand: der US-Amerikaner Otis befand sich in einem Aufzug und ließ von einem Assistenten dessen einzige Tragseil durchschneiden. Was geschah, war kein tödlicher Absturz, vielmehr bremste sich der Aufzug von selbst und der Siegeszug von absturzsicheren Personenaufzügen war durch diese beeindruckende Demonstration geboren. Mit dieser Erfindung war der Bau von Wolkenkratzer geboren, da obere Stockwerke erstmals durch Aufzüge bequem zu erreichen waren.

In Europa setzten sich Aufzugsanlagen erst in den 1870er Jahren durch, nachdem sie 1867 auf der Weltausstellung in Paris erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. 1880 stellte Werner von Siemens in Mannheim den ersten elektrischen Aufzug vor und in der Folgezeit hatte dies auch in Deutschland enorme Auswirkungen auf die Architektur von Wohn- und Bürokomplexen, da derart neue Aufzugsanlagen neue Möglichkeiten schufen. Während zuvor mehr als vier Etagen geradezu gesundheitsgefährdend beurteilt wurden, konnten nun alle Etagen problemlos und vollkommen entspannt erreicht werden. Die Wertigkeit der verschiedenen Ebenen unterlag dadurch dem Wandel von der „Bel Etage“ zum Penthouse als Inbegriff des Luxus.

 

Fahrstühle als das sicherste Massentransportmittel

Seitdem waren die Fahrstühle einem technischen wie architektonischen Wandel unterworfen. Die früher verbreiteten offenen Gitterkabinen der Aufzüge in einem offenen Schacht werden heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr gebaut, finden sich aber gerade in südlichen Ländern noch und sind stets in Betrieb. Was heute jedoch zum Normalfall gehört, sind in sich geschlossene Kabinen. Der Aufzug gilt dadurch als das sicherste Massentransportmittel und laut einer Statistik fährt jeder Mensch auf der Erde alle drei Tage einmal in einem Aufzug. Dadurch gilt dieses Transportmittel als legitimiert und wird ständig weiterentwickelt.

Aufzugsanlagen finden sich heutzutage nicht nur in vielstöckigen Bürogebäuden, Parkhäusern und Einkaufszentren, sondern auch im privaten Bereich zur Unterstützung älterer Menschen, die durch Unfälle oder chronologische Krankheiten die Treppen in ihrem Haus nicht mehr alleine bewältigen können. Das Gute ist, dass eine Aufzugsanlage in fast jedem Gebäude angebracht werden kann und auch für ältere Leute einfach zu bedienen ist und ihnen das Bewegen zwischen verschiedenen Etagen problemlos ermöglicht.

 

Fahrstühle als Verkehrsmittel

Neben dem öffentlichen und privaten Transportbereich werden Aufzüge in manchen Städten mittlerweile auch als Verkehrsmittel eingesetzt. Im französischen Monte Carlo kann man beispielsweise in einem Aufzug von einem Stadtteil in den nächsten fahren, genauso wie in Lissabon ein Fahrstuhl die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet. In Marburg gibt es vier Anlagen mit insgesamt acht Aufzügen, die die oberen Stadtteile mit den unteren verbinden. Ein Glasaufzug der Stuttgarter Straßenbahnen verbindet Einheimische und Besucher aus dem unteren Schlossplatz mit dem Oberen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

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