Warum haben die Kirschen aus eigenem Garten oft Würmer?
Aus dem Biologieunterricht dürfte einem der Name Drosophila Melanogaster noch vage bekannt vorkommen. Dies extrem kurzlebige Fruchtfliege hat einen gleichsam extremen Vermehrungsdrang und Verwandte dieser Art halten sich auch gerne in der Nähe von Obstbäumen auf. Denn hier finden sie reichlich Platz zur Eiablage. Die Folge: Millionen Hobbyfruchtbauern ärgern sich Jahr für Jahr über verwurmte Früchte.
Kein Kraut dagegen?
Es ist ein alljährlicher Frust für alle die köstliche dunkelrote Kirschen an ihren Bäumen heranreifen sehen. Sobald die Zeit reif ist, machen sie sich ans Pflücken und ernten die schönsten Früchte, die von außen verheißungsvoll, saftig und lecker aussehen. Doch wer die süßen Früchte entsteint, erlebt einen Schock. Viele kleine weiße, sich windende Würmer verderben einem schnell den Appetit auf Kirschkuchen, Kirschmarmelade und Co. Wer die Würmchen noch nach der Ernte loswerden will, kann sich einiger Tricks aus Omas Haushaltsbuch bedienen. Ein Mittel lautet, die entsteinten Früchte in Wasser zu legen. Dann schwimmen die (meisten) Würmchen bald obenauf, aber natürlich leidet auch das Aroma der Früchte. Oder man kratzt die kleinen Gesellen mühselig einzeln aus den Früchten. Dass man dabei alle erwischt, ist ungewiss und die Eier isst man trotzdem mit. Hartgesottene essen die Früchte mit Fleischeinlage einfach und sagen sich, ein bisschen Dreck wäre gesund. Doch wer so viel Pragmatismus nicht aufbringen kann, der sollte lieber schon lange vor der Ernte etwas gegen die Fliegenbrutstätten tun.
Vorsorgen ist besser
Die Vorbeugung des Wurmbefalls beginnt schon im Vorjahr. Das Fallobst sollte unter dem Baum täglich abgesammelt werden, denn die weichen und fauligen Früchte dienen als Brutstätte für die Maden der Fliegen. Auch eine hohe Wiese, die unter dem Baum wächst macht es den Fliegen schwer auf den heruntergefallenen Früchten zu landen und ihre Eier abzulegen. Wenn das alles nicht hilft, kann man vielleicht beim nächsten Baum auf frühreifende Kirschensorten zurückgreifen, denn je früher man erntet, desto geringer die Chance auf Wurmbefall. Oder man greift radikal zur chemischen Keule, was aber den Gesundheitswert der Früchte in Frage stellen könnte. Manche haben es irgendwann völlig satt und sägen den Baum einfach um.